Unser oberstes Ziel ist es weiterhin ein Safer Space zu sein, und für einige wieder oder auch erstmalig ein Safer Space zu werden. Wir sind bereit und offen weitere Strukturen zu schaffen, uns weiterzuentwickeln und damit einen Ort beizubehalten, der für euch und uns außergewöhnlich ist und bleibt.

  1. Im Club hängen Plakate aus, die sowohl auf die Verhaltensetikette, aber auch auf den Umgang mit Anfeindungen, x-phoben Äußerungen und Konflikten jeder anderen Art hinweisen. Bitte nehmt euch Zeit die Hinweise zu lesen, kommuniziert diese an Menschen, die es übersehen haben könnten, und kontaktiert uns, wenn eurer Meinung nach etwas fehlt.
  2. Es wurde ein Awarenessteam ein- und aufgestellt, dass sich sichtbar und unsichtbar ins Feiergeschehen wirft. Ihr erkennt es an den Karten mit dem A. Mitarbeiter:innen des Awarenessteams bilden die Schnittstelle zwischen Gästen und der Security, agieren wachsam, vermittelnd und deeskalierend. Sie sammeln Stimmungsbilder, zetteln Gespräche an und behalten den Vibe der Veranstaltung im Auge. Es geht darum vermeintliche Spannungen zu erkennen, diese abzubauen, und den Fokus auf die Wahrung der Rechte Dritter im gesamtgesellschaftlichen Interesse weiter zu sensibilisieren. Ziel ist es Menschen freundlich aber bestimmt auf ihr etwaiges Fehlverhalten aufmerksam zu machen, anstatt sie direkt dafür zu verurteilen. Viele empfinden ihr Verhalten gar nicht als diskriminierend und beleidigend, es fehlten bislang nur Strukturen um sie darauf aufmerksam zu machen. Ein Club ist ein Kindergarten für Erwachsene, und das friedliche Miteinander ist unser Erziehungsauftrag. Das Awarenessteam steht im ständigen Funkkontakt mit der Security, sollte die Einsicht für das Fehlverhalten nebst sofortigem Abstellen nicht unmittelbar und unverzüglich greifbar sein. Auch wird das Awarenessteam in Schulungen, Seminaren und Workshops stets weitergebildet.
  3. Es wird ein anonymisiertes Fallbuch geführt, in dem jeder Fall von Diskriminierung und Anfeindung, sowie auch jede andere nötige Intervenierung durch das Awarenessteam dokumentiert wird. Dieses Buch dient uns als Spiegel wie gut oder wie schlecht wir die Situation im Club im Griff haben. Machen wir uns nichts vor: An jedem Ort, an dem viele Menschen unterschiedlicher Charaktere aufeinander treffen gibt es Spannungen. Man denke nur an eine Klassenfahrt, wo sich nach drei Tagen die ersten Beginnen sich gegenseitig nicht unbedingt ein langes Leben zu wünschen. Unsere Aufgabe ist es nicht Spannungen komplett zu verhindern – das ist schier unmöglich – sondern diese konfliktfrei für ein friedliches Miteinander zu lösen. Das Fallbuch hilft uns dabei selbst zu reflektieren, es ist ein Werkzeug. Ohne Monitoring keine Weiterentwicklung, wir werden auf Grundlage dieses Buches Statistiken veröffentlichen.
  4. Das Umdenken beim Booking gilt nicht erst ab Freitag, sondern hat bereits direkt nach der Auswertung des letzten Jahr stattgefunden. Da wir relativ weit im Voraus planen, bedurfte und bedarf es einer gewissen Vorlaufzeit um Änderungen auch wirklich sichtbar werden zu lassen. Der Anteil der extern gebuchten Künstler:innen wird in etwa 50/50 betragen.

Der Spirit von Techno ist, dass Menschen jedweder Couleur friedlich mit- und nebeneinander feiern, ohne untereinander in Konflikt zu geraten. Niemand erwartet, dass alle best friends forever werden, sich aber während der Party so verhalten, als ob es tatsächlich so wäre. Alle passen aufeinander auf, und jedes Grüppchen achtet darauf, dass das nächste Grüppchen nicht durchdreht. Dafür stehen wir, und genau deswegen haben wir diesen Ort geschaffen. Für die Unterstützung, die wir dafür in den letzten sechseinhalb Jahren dafür erhalten haben, lieben wir euch.

Unser Awareness-Team erreichst du unter awareness@geheimclub.de