Gerüchte, Lügen & Intrigen

Übersicht:
Hausregeln im Geheimclub
Dresscode im Geheimclub
Gerüchte, Lügen & Intrigen


Gerüchte, Lügen und Intrigen über den Geheimclub

Vorurteile sind etwas, mit dem sich jeder, der etwas außerhalb der „Normalität“ anbietet, herumschlagen muss. Und genau wie salopp gesagt jede Pole Autos klaut, jeder Rumäne Häuser leer räumt, jeder Russe eine Kalaschnikow besitzt, jeder Deutsche Weißwurst und Sauerkraut isst, jeder Holländer Gras raucht, jeder Franzose den ganzen Tag ein Baguette unter dem Arm trägt, jeder Italiener eine Mitgliedskarte der Mafia besitzt, jeder Amerikaner nur Fastfood isst – und so weiter und weiter und weiter – hat eben auch ein Technoclub so seine Päckchen zu tragen.

Der Geheimclub ist ein Ort, der nicht ohne Grund diesen Namen trägt: Was hier passiert, bleibt auch hier. Fotos und Videos sind nicht erlaubt, nur wenig was in unseren Räumlichkeiten passiert, dringt an die Öffentlichkeit – und das ist auch gut so. So haben Außenstehende oft nicht viele andere Möglichkeiten, als das Erzählte zu glauben, oder wenn man besonders interessant wirken möchte, schlichtweg etwas zu erfinden. Verhindern können wir es nicht, wir können es nur hinnehmen und auf die Intelligenz jener hoffen, die nicht einfältig genug sind, alles zu glauben was man ihnen erzählt. Für diejenigen welchen, die an unserem täglichen Wahnsinn teilhaben wollen, haben wir die irrsten Dinge zusammen gestellt:

„Der Geheimclub ist ein BTM-Schuppen“

Gäste, die den Taxifahrer bitten sie zum Geheimclub zu fahren, bekommen in der Regel immer die gleiche abwertende Antwort: „Keta ziehen und abzappeln, oder wie? Ist schließlich ein BTM-Schuppen.“ Was für ein Unsinn. Der Geheimclub ist mitnichten ein rechtsfreier Raum – Drogen werden nicht toleriert. Wurden sie auch nie. Wer beim Missbrauch von Drogen erwischt wird, wird von der Security unverzüglich und ohne den geringsten Verhandlungsspielraum rausgeschmissen. Wer im Übrigen beim Handeln erwischt wird, wird der Polizei übergeben.

„Im Geheimclub ist jemand an einer Überdosis gestorben.“

Nein, im Geheimclub ist niemand gestorben. Richtig ist, dass am Morgen des 27. Augustes 2017 ein 52-jähriger Mann in unseren Räumlichkeiten zusammen brach, unverzüglich von unserem Rettungssanitäter und anschließend durch Rettungsdienst versorgt wurde. Leider verstarb der Mann nach seiner Einlieferung wenig später im Krankenhaus. Zu diesem Zeitpunkt verbreiteten sich in Windeseile die Gerüchte, dass der Mann eine so genannte „Rolex-Pille“ genommen haben soll, andere berichteten von einer Tablette mit Heroinkern, sodass in sozialen Netzwerken, Blogs und Zeitungen, sogar im Videotext und den landesweiten Nachrichten im Radio sofort und ohne jegliche Hintergrundinformation völlig voreilig von einem Drogentoten die Rede war. Die Obduktion ergab letztendlich, dass – Zitat der Polizei – „keine Substanz nachgewiesen werden konnte, die zum Tode geführt hat, sodass das Versterben des Mannes aufgrund des allgemeinen Gesundheitszustandes auf eine natürliche Ursache zurück zu führen ist. Das tragische Ereignis wäre mit einem geringen Zeitfenster nach oben oder nach unten unabhängig vom Aufenthaltsort eingetreten. Es war Zufall, dass er zu diesem Zeitpunkt nun gerade bei Ihnen auf der Couch saß.“ Für uns als Club macht die Tatsache, dass wir weder direkt noch indirekt etwas mit dieser Tragödie zu tun haben, das Geschehene jedoch in keiner Weise besser – schließlich ist ein wundervoller Mensch von uns gegangen, der sich in unseren Räumlichkeiten offenbar sichtlich wohl fühlte.

Angehörige und Freunde lagen vor unserem Club Blumen nieder und bekundeten mit Kerzen ihre Trauer. Wir richteten einen Trauertag ein, und sperrten den Bereich, in dem der Mann das Leben die letzten Minuten genoss, auch für die folgenden Veranstaltungen ab, um in niedergelegten Blumen und Kerzen drapiert dahingehend zu erinnern und auch zu mahnen, dass jeder auf jeden acht geben möge, und das Leben schlichtweg unerwartet zu kurz sein kann, um respektlos oder gar mit Hass miteinander umzugehen.

Zu unserem Statement bei Facebook

Die Medien haben sich nach Vorlage der Obduktionsergebnisse offensichtlich nicht mehr für diesen Fall interessiert, die Berichterstattung brach unverzüglich ab. Eine uns entlastende Richtigstellung der vielen Falschmeldungen blieb bis heute aus.

„Im Geheimclub finden ständig Razzien statt.“

Im Geheimclub fand in all den Jahren noch nie eine Razzia statt.

„Im Geheimclub rennen nur Drogenopfer herum.“

Negativ. Wenn dem so wäre, würde vermutlich der Punkt mit den Razzien ganz anders aussehen.

„Im Geheimclub gibt es ein Drogenlabor im Keller.“

Wir haben uns die alten Bauzeichnungen aus dem Stadtarchiv geholt und gebuddelt wie die Bekloppten – einen Keller haben wir leider weder in den Zeichnungen, noch in der Praxis gefunden. Wer auch immer dieses Gerücht erfunden hat: BITTE sage uns wo unser Keller ist – das wäre der Hammer!

„Der Chef vom Geheimclub sitzt wegen Drogenhandel im Gefängnis.“

Die Tatsache, dass „ich“ diesen Abschnitt hier gerade in meinem Büro sitzend persönlich schreibe, sollte ein näheres darauf Eingehen überflüssig machen.

„Jeden Sonntag liegen vor dem Clubgelände leicht bekleidete Frauen, die auf der Straße ihren Drogenrausch ausschlafen.“

Nein, tun sie nicht.

„Der Geheimclub sammelt Regenwasser, und befüllt damit die an der Bar verkauften Wasserflaschen.“

Manchmal fragt man sich, wer in aller Welt so einfältig ist, so etwas zu erfinden, und als nächstes fragt man sich zwangsläufig, warum es tatsächlich Leute gibt, die derartiges glauben. Vor allem in derart ausreichender Zahl, dass es dieses Gerücht bis auf diese Seite schafft. Wenn beispielsweise jemand behaupten würde, wir würden Jelzin Vodka in Absolut Vodka flaschen füllen um mehr Gewinn zu machen (nein, machen wir nicht!!!), dann wäre das vielleicht noch irgendwie „logisch“, aber DAS? Ernsthaft? Ja, wir sammeln Regenwasser – zur Bewässerung unseres Clubgartens. Ist das echt so unüblich?